Erziehungsverhalten und kindliche Entwicklung im Beziehungs- und Familienpanel pairfam

Ab der zweiten Erhebungswelle des Beziehungs- und Familienpanels sind Informationen zu kindlichen Entwicklungsprozessen verfügbar. Diese resultieren zum einen aus einer eigenständigen Befragung von Kindern über 8 Jahren und zum anderen aus Fragebögen zum elterlichen Erziehungsverhalten, die den jeweiligen Ankerpersonen und deren Partnern vorgelegt werden. Im Verlauf der pairfam-Studie werden noch weitere Kinder einbezogen sowie spezifische altersgradierte Erhebungsinstrumente eingesetzt. Zu den zentralen Befragungsmodulen im Bereich Erziehung und kindliche Entwicklung gehören:

  • Neugeborenen-Modul
  • Erziehungsziele und Erziehungskompetenz
  • Betreuungsumfang und Gesundheit von Kindern
  • Beziehungsqualität zu den Eltern
  • Wahrnehmung des elterlichen Erziehungsverhalten aus Kind- und Elternperspektive
  • Befindlichkeitsvariablen aus Kind- und Elternperspektive

Theoretischer Ansatz und Forschungsstand

In der Forschung zu Erziehung und Eltern-Kind-Beziehungen stehen Fragen des Wandels von Erziehung sowie hieraus resultierende Risiken und Chancen für die Entwicklung von Kindern, die Bedeutung relevanter Merkmale von Erziehung für die Kompetenz- und Sozialentwicklung von Kindern und die Effekte kontextueller, familiärer und personaler Einflussfaktoren auf elterliches Erziehungsverhalten und die Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen im Vordergrund.

Die Themen Erziehung und Eltern-Kind-Beziehung haben im Pairfam Programm aus verschiedenen Gründen eine herausragende Bedeutung.

  1. Eltern-Kind Beziehungen sind grundlegend für Familien und reflektieren gleichzeitig auch bedeutende Veränderungen in Familienstrukturen und -dynamiken. Während des letzten Jahrhunderts und insbesondere in den letzten Jahrzehnten haben sich in der Erziehung und in Eltern-Kind-Beziehungen erhebliche Veränderungen ergeben. So zeigen sich eine vermehrt kindzentrierte Orientierung in der Erziehung und eine allmähliche Abwendung von einer elternzentrierten Erziehung. Darüber hinaus wird  - anstatt auf Gehorsam – verstärkt auf die Selbstverwirklichung des Kindes Wert gelegt. Diese veränderten Teilnahme- und Gestaltungsmöglichkeiten von Kindern am Familienleben spiegeln nicht nur das allgemeine sozial-politische Klima wider, sondern auch Veränderungen im Wert des Kindes. Eltern-Kind-Beziehungen bleiben darüber hinaus auch nicht unbeeinflusst von steigenden Scheidungs- und Wiederverheiratungsraten sowie der reduzierten Kinderanzahl innerhalb einer Familie. Mit dem pairfam Projekt sollen solche allgemeinen Entwicklungen wie auch spezifische Einflüsse auf individueller Ebene untersucht werden.
  2. Trotz der bemerkenswerten Veränderungen in der Erziehung und in Eltern-Kind-Beziehungen während der letzten Jahrzehnte gibt es einen grundlegenden Mangel an repräsentativen Daten bezüglich Eltern-Kind-Beziehungen und Erziehungspraktiken in Deutschland. Hierbei fehlen insbesondere Längsschnittdaten, welche eine größere Altersspanne der Kindheit und Jugend abdecken und es dadurch ermöglichen die Stabilität bzw. Variabiliät von Erziehungsstilen sowie langfristige Effekte von Erziehung zu untersuchen. Entsprechend dem längsschnittlichen Design zielt pairfam auf prospektive Analysen ab, die frühe Kindheitserlebnisse mit späteren Auswirkungen verbinden - sei es in Bezug auf Eltern-Kind-Beziehungen in späteren Entwicklungsphasen, Beziehungen außerhalb der Herkunftsfamilie oder eigenes Wohlbefinden. Solche empirischen Belege sind immer noch notwendig und wertvoll, um die Auswirkungen des Erziehungsverhaltens zu verstehen, besonders wenn kontextuelle Einflüsse wie auch reziproke Effekte zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und kindlichen Charakteristika untersucht bzw. dafür kontrolliert werden kann.
  3. Da das pairfam Projekt Familienbeziehungen aus einer Multi-Aktor Perspektive betrachtet, werden Eltern-Kind-Beziehungen in den größeren Kontext der Familienbeziehungen eingebettet. So werden etwa, die Beziehung der Eltern untereinander oder auch intergenerationale Beziehungen zwischen Eltern und Großeltern in ihren Effekten auf die Eltern-Kind-Beziehung untersucht. Diese Perspektive ermöglicht es Fragen der intergenerationalen Transmission und wechselseitigen Einflüsse zwischen den verschiedenen Subsystemen der Familie näher zu beleuchten – Themen die zwar in den letzten Jahren zunehmend intensiver behandelt, jedoch bislang noch nicht vollständig verstanden wurden.
  4. Auf der konzeptuellen Ebene verwendet das pairfam Programm einen Ansatz der die Wichtigkeit der Erziehung nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern betont. Während bislang Unterschiede bei der elterlichen Rollenkonstruktion und ihre Mitwirkung an Erziehung empirisch bestätigt wurden (besonders im Hinblick auf die Rolle des Vaters oder bei bestimmten Bereichen der Erziehung wie elterliches Schulengagement), sind nur wenige systematische Bemühungen gemacht worden, elterliche Investitionen im Lichte der elterlichen Erfahrungen in der Eltern-Kind-Beziehung und ihrem Wohlbefinden in der Elternrolle zu untersuchen. Indem eine solche Perspektive übernommen wird, können Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensbereichen und Beziehungskontexten hergestellt werden, und gegenseitige Abhängigkeiten über die Zeit hinweg betrachtet werden.

Im Folgenden soll ein Überblick über die für das pairfam Projekt relevanten Forschungsbereiche gegeben werden.

Obwohl die Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen und die Erziehung im Familienkontext zu den klassischen Themen der Sozialisationsforschung gehört, haben sich die empirischen Forschungsaktivitäten in diesem Bereich in Deutschland nicht kontinuierlich entwickelt. Nach einer intensiven Forschungsphase in den 1960er und 1970er Jahren gerieten Fragen zu den Bedingungen und Folgen familialer Erziehung in der Folgezeit eher in den Hintergrund. Demgegenüber erfuhr die Bindungsforschung in den 1990er Jahren in Deutschland starken Aufschwung (Grossmann, 2000). Sie regte zahlreiche Untersuchungen zur Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen weit über die Kindheit hinaus an (Becker-Stoll, 2002; Becker-Stoll, Fremmer-Bombik, Wartner, Zimmermann & Grossmann, 2008; Gloger-Tippelt, 2001; Grossmann & Grossmann, 2004; Rauh, 2000). Fragen der Erziehung sind erst in jüngerer Vergangenheit wieder vermehrt in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses getreten. Hierbei lassen sich vier Fokussierungen der Forschungsfragen ausmachen:

    (1)   Einige Studien befassen sich mit dem Wandel von Erziehungszielen und –praktiken, der sich vor allem seit den späten 1960er Jahren abzeichnet (Hillmann, 2003; Reuband, 1997; Schneewind & Ruppert, 1995). Deutlich herausgearbeitet wurde hierbei die zunehmende Orientierung an kindlichen Bedürfnissen, die sowohl in den Erziehungszielen als auch veränderten Praktiken zum Ausdruck kommen.

    (2)   Angesichts weit verbreiteter Verunsicherungen über geeignete Erziehungsstrategien wurde vermehrt die Frage aufgegriffen, was kompetente Erziehung ausmacht (Petermann & Petermann, 2006; Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen, 2005) und wie sie sich durch geeignete Interventionen fördern lässt (Hahlweg et al., 2001; Heinrichs et al., 2006; Lösel, Beelmann, Stemmler & Jaursch, 2006; Lösel, Jaursch, Beelmann & Stemmler, 2007). Diese Forschung profitiert stark von der Grundlagenforschung, die in den vergangenen 20 Jahren vor allem in den USA vorangetrieben worden ist.

    (3)   Das „Hineinwachsen“ in die Elternrolle wurde in einer Reihe von Langzeitstudien zum Übergang zur Elternschaft in den Mittelpunkt gestellt (Gloger-Tippelt, 2005; Reichle & Werneck, 1999; Schneewind, 1998). Hierbei wurde auch den Vätern vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt, ein Thema, das insgesamt an Bedeutung gewonnen hat (Fthenakis & Minsel, 2002). Im Allgemeinen werden Väter noch immer oft vernachlässigt in der Erziehungsforschung

    (4)   Vereinzelte Arbeiten stellen Einflussfaktoren auf Erziehung in den Vordergrund, so etwa neuerdings milieuspezifische Unterschiede in der Erziehung (Liebenwein, 2008) die Folgen von Armut und Arbeitslosigkeit (Neuberger, 1997) oder Trennung/Scheidung und einer konfliktbelasteten Beziehung zwischen den Eltern (Schmidt-Denter, 2001; Schmidt-Denter & Schmitz, 1999; Walper & Beckh, 2006).

Insgesamt allerdings mangelt es in Deutschland noch stark an groß angelegten Bestandsaufnahmen zur Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen und Erziehung innerhalb der Familie. Schon einfache Fragen nach der Verbreitung einzelner Erziehungsstile lassen sich nicht ohne weiteres auf der Basis verfügbarer Daten beantworten, da einschlägige Untersuchungen regional begrenzt sind, einzelne Altersgruppen fokussieren und/oder anderen Einschränkungen ihrer Generalisierbarkeit unterliegen. Weitaus umfangreicher und breiter angelegt sind entsprechende Untersuchungen in den USA und Großbritannien (z.B. Barber, Stolz & Olsen, 2005; Simons & Conger, 2007). Im Folgenden sollen einige Eckpunkte der Forschung herausgegriffen werden, die für die im Rahmen von pairfam verfolgten Fragestellungen maßgeblich sind.

 

Erziehung als Zielgerichtetes Verhalten

Aus theoretischer Perspektive wird Erziehung vor allem als zielgerichtetes elterliches Handeln betrachtet, das dazu dient, erwünschte Verhaltensweisen und Dispositionen des Kindes zu fördern bzw. unerwünschte Dispositionen und Verhaltensweisen zu begrenzen oder abzubauen (Brezinka, 1995; Fuhrer, 2005). Dieser Fokus auf die Zielorientiertheit elterlicher Erziehung kommt primär in der Forschung zu Erziehungszielen zum Ausdruck. Hier steht die Frage im Vordergrund, welche Ziele Eltern in der Erziehung ihrer Kinder verfolgen, wie sich diese Ziele im Zeitverlauf in der Bevölkerung und einzelnen Subgruppen verändert haben, und welche Einflussfaktoren für die Favorisierung unterschiedlicher Ziele maßgeblich sind. Vergleichsweise einhellig konstatieren einschlägige Untersuchungen einen Wandlungsprozess, bei dem Konformitätswerte (Gehorsam und Unterordnung) in den Hintergrund getreten sind, während Selbstentfaltungswerte (kindliche Autonomie und Selbstbestimmung) stärker in den Vordergrund getreten sind (Hillmann, 2003; Reuband, 1997; Schneewind & Ruppert, 1995). Viele kulturvergleichenden Studien belegen, dass sich kulturelle Ideologien in den jeweiligen Erziehungszielen widerspiegeln (z.B. Tulviste, Mizera, De Geer, & Tryggvason, 2007; Harwood, Handwerker, Schoelmerich & Leyendecker, 2001; Friedelmeier, Busch & Tromsdorff, 2003), wobei westliche Eltern vor allem Wert auf „Selbst-Maximierung“ ihrer Kinder legen, d.h. deren Selbsterfüllung und individuelle Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Dass dem auch ein gewandelter Wert von Kindern zugrunde liegen mag, haben schon frühe kulturvergleichende Studien nahe gelegt, nach denen in westlichen Ländern (verglichen mit asiatischen Ländern und der Türkei) der instrumentelle Nutzen von Kindern (als Hilfe im Haushalt oder als Alterssicherung) in den Hintergrund getreten ist und gleichzeitig Selbständigkeit als Erziehungsziel stärker präferiert wird als in den Vergleichsländern (Nauck, 1989). Allerdings steht eine nähere Analyse der Kausalität dieses Zusammenhangs durch geeignete Längsschnittdaten gerade auch auf individueller Ebene noch aus.

Wenngleich diese Forschung eine Reihe relevanter Befunde vor allem zum Wandel von Erziehungszielen, aber auch zu kulturspezifischen Unterschieden in den Erziehungszielen erbracht hat, werden jedoch auch eine Reihe methodischer und konzeptueller Schwächen bemängelt (Tarnai, 2009): In aller Regel gibt es keinen klaren theoretischen Bezugsrahmen, vor dessen Hintergrund die Auswahl erfragter Erziehungsziele begründet wird. Kritisiert wird auch, dass in aller Regel nur ein kleines Spektrum von Erziehungszielen erfasst wird. Und vielfach begnügt man sich damit, nur die Mütter zu befragen.

Darüber hinaus wurde schon lange auf noch grundsätzlichere Grenzen eines solchen Ansatzes verwiesen. Dies betrifft sowohl die Frage, inwieweit Eltern im Alltag auf Erziehungsziele reflektieren, als auch die Frage nach der Passung von Erziehungszielen und –mitteln. Zahlreiche Untersuchungen verweisen darauf, dass die Praktiken, die Eltern im Erziehungsalltag einsetzen, auch situativen Einflussfaktoren unterliegen, etwa kontextuellen Stressoren, die Eltern belasten und ihre Erziehungskompetenzen beeinträchtigen. Beispiele hierfür liefern Studien zu den Auswirkungen von ökonomischer Problemlagen (Elder, Eccles, Ardelt & Lord, 1995; Gershoff, Aber, Raver & Lennon, 2007; Grant et al., 2003; Walper, 2005; Walper, 2008) und von Partnerschaftskonflikten (Cui & Conger, 2008; Cummings, Goeke-Morey & Papp, 2004; Krishnakumar & Buehler, 2000; Sturge-Apple, Davies & al., 2006). Ein Erklärungsmodell für die Effekte von Partnerschaftskonflikten stellt die „Spill-over“-Hypothese dar (Erel & Burman, 1995). Entsprechend dieser Hypothese übertragen sich Prozesse in der ehelichen Beziehung der Eltern auf die Eltern-Kind-Beziehung und auf die kindliche psychosoziale Entwicklung (Engfer, 2002). Es liegt nahe, dass solche Stressoren zu Divergenzen zwischen Erziehungszielen und Erziehungspraktiken beitragen, die durchaus zu subjektiven Spannungszuständen führen können (vgl. z.B. zu vergleichbaren Wirkungen sozialen Drucks auf die Erziehungspraktiken: Park & Kwon, 2009). Allerdings werden solche Divergenzen in der Forschung kaum thematisiert. Studien zu externen Einflussfaktoren auf Erziehung in der Familie fokussieren in aller Regel auf Erziehungspraktiken und berücksichtigen nicht, inwieweit sich möglicherweise auch die Erziehungsziele von Eltern unter dem situativen Handlungsdruck verändern.

Derartige Fragen nach der (An-)Passung von Zielen an äußere Restriktionen, möglicher­weise aber auch Zielverschiebungen in Reaktion auf konkrete Erfahrungen in der Interaktion mit dem jeweiligen Kind, wurden bislang weitestgehend vernachlässigt. Eine Ausnahme stellen die älteren Studien zur Bedeutung beruflicher Erfahrungen für die Präferenz unterschiedlicher Erziehungsziele im Sinne antizipatorischer Sozialisation dar (Kohn, 1981; Steinkamp & Stief, 1978). Diese Forschungstradition wurde jedoch nicht weiter entwickelt, da sich in der Folgezeit die Forschung vermehrt auf Erziehungspraktiken und Erziehungsstile konzentrierte. So ist – abgesehen von älteren Studien zu Schichtunter­schieden in Erziehungszielen (Meulemann, 1997) vereinzelten Regionalvergleichen zwischen Ost- und Westdeutschland (Häder, 1998; Feldkirchner, 1994) und einigen Untersuchungen zur familiären Tradierung von Erziehungszielen (Schneewind & Ruppert, 1995) nur wenig über die personalen und kontextuellen Einflussfaktoren auf die Präferenz von Erziehungszielen bekannt. Insbesondere fehlt es an Ansätzen, die Erziehungsziele in den breiteren Kontext individuellen Handelns einbetten, und die Salienz dieser Ziele vor dem Hintergrund biographischer Erfahrungen, situativer Anforderungen und hierdurch mitbestimmter individueller Bedürfnislagen zu rekonstruieren versuchen. Ein solcher Ansatz soll in pairfam verfolgt werden.

 

Erziehung und Kindeswohl

Das elterliche Erziehungsverhalten gilt als der wichtigste Einflussfaktor auf die Entwicklung des kindlichen Sozialverhaltens (vgl. Franiek & Reichle 2007; Gabriel & Bodenmann, 2006; Petermann & Petermann, 2006; Reichle & Gloger-Tipplet, 2007). Wesentliches Anliegen der Forschung zu Erziehung in der Familie ist es, zentrale Dimensionen und Aspekte von Eltern-Kind-Interaktionen zu identifizieren, die das Kindeswohl und die Entwicklung von Kindern mehr oder minder nachhaltig beeinflussen (Fuhrer, 2005). Hierbei steht die empirische Forschung vor nicht unbeträchtlichen methodischen Herausforderungen, da (1) die Gestaltung von Eltern-Kind-Interaktionen wie auch die Kompetenz- und Verhaltens­entwicklung von Kindern vielfältigen gemeinsamen Einflussfaktoren (Drittvariablen) unterliegt, (2) die Wirkungsrichtung nicht einseitig ist, da auch Dispositionen und Verhaltensweisen der Kinder das elterliche Erziehungsverhalten beeinflussen (z.B. Beelmann, Stemmler, Lösel & Jaursch, 2007; Burke, Pardini & Loeber, 2008) und (3) der Zusammenhang zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und kindlichem Verhalten durch genetische Faktoren mit bestimmt sein kann. Entsprechend wertvoll sind gerade in diesem Bereich Längsschnittstudien und Studien mit einem genetisch sensitiven Design, deren Zahl in Deutschland allerdings sehr begrenzt ist.

Wiederholt wurden vor allem zwei Dimensionen von Erziehungsverhalten als grundlegend und für die Kinder maßgeblich herausgestellt: Wärme (Zuwendung, Responsivität) sowie die Lenkung bzw. Kontrolle des kindlichen Verhaltens (Maccoby & Martin, 1983). Diese Dimensionen sind auch für die Bestimmung von Erziehungsstilen maßgeblich, wie sie sich in der neueren Forschung findet. Hierbei wurde vielfach ein autoritativer Erziehungsstil als besonders entwicklungsförderlich herausgestellt Baumrind, 1991; Fuhrer, 2005; Fuhrer, 2007; Leyendecker & Schölmerich, 2005; Schwarz & Silbereisen, 1996; Steinberg, 2001; Steinberg & Blatt-Eisengart, 2006; Steinberg, Lamborn, Darling, Mounts & Dornbusch, 1994) sowohl in unterschiedlichen Familienkonstellationen (Amato & Fowler, 2002) als auch im Hinblick auf den Einfluss getrennt lebender Väter auf ihre Kinder (Amato & Gilbreth, 1999). Er ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Wärme und Responsivität der Eltern, aber auch eine klare Begrenzung von kindlichem Fehlverhalten.

Allerdings hat sich eine Reihe von Differenzierungen als nötig und aufschlussreich erwiesen. Insbesondere die Dimension der Kontrolle umfasst unterschiedliche Aspekte, die in jüngerer Vergangenheit differenzierter in den Blick genommen wurden. So zeigt sich etwa, dass sehr strenge, restriktive Erziehung und körperliche Bestrafungen mit vermehrtem externalisierendem und internailsierendem Problemverhalten einhergehen (z.B. Patterson, Reid & Dishion, 1992; Franiek & Reichle, 2007; zum Überblick siehe auch Cowan et al., 2005; Schneewind, Walper & Graf, 2000). Insbesondere im Jugendalter widerspricht strikte Kontrolle den steigenden Autonomiebedürfnissen der Kinder (Steinberg & Silk, 2002), aber auch in jüngeren Altersgruppen lassen sich negative Effekte von intrusiver Machtausübung ausmachen. Als weiterer Risikofaktor für die emotionale und Verhaltensentwicklung von Kindern ist in jüngerer Vergangenheit psychologische Kontrolle mittels intrusiv-manipulativer Strategien herausgestellt worden (Barber, 2002; Galambos, Barker & Almeida, 2003; Hoeve et al., 2009). Nicht zuletzt inkonsistentes Erziehungsverhalten hat sich vielfach als Risikofaktor für die Entwicklung von Aggressivität seitens der Kinder erwiesen (Franiek & Reichle, 2007; Koglin & Petermann, 2008).

Demgegenüber gilt Monitoring, d.h. die elterliche Überwachung kindlicher Aktivitäten, als positive Form der Kontrolle insbesondere im Jugendalter der Kinder (Fletcher, Darling & Steinberg, 1995; Fuhrer, 2007; Patterson & Stouthamer-Loeber, 1984; Snyder & Patterson, 1987). Wie eine neue Meta-Analyse ausweist, gehört Monitoring zu jenen Faktoren, die den engsten Zusammenhang zu (geringer) Delinquenz aufweisen (Hoeve et al., 2009). Als ebenfalls ausschlaggebend – allerdings mit gegenteiligem Effekt – erwiesen sich eine Reihe negativer Aspekte elterlicher Erziehung (psychologische Kontrolle, Ablehnung und Feindseligkeit). Allerdings legen differenziertere Analysen zum Gelingen von Monitoring nahe, dass die elterliche Informiertheit (Monitoring) zumindest im Jugendalter wesentlich durch die Kinder mit gesteuert wird und letztlich von der Qualität der Beziehung zwischen Eltern und Kindern abhängig ist (Kerr & Stattin, 2000; Stattin & Kerr, 2000). Entsprechend haben einige Arbeiten das Gelingen von Monitoring näher in den Blick genommen und finden, dass eine sichere Bindung (Kerns, Aspelmeier, Gentzler & Grabill, 2001) sowie frühzeitige proaktive Erziehung (Pettit & Laird, 2002) die Informiertheit von Eltern begünstigen. Insgesamt besteht hier aber noch deutlicher Forschungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die längsschnittliche Aufklärung von Entwicklungsverläufen und frühen Vorläufern der Selbstöffnungsbereitschaft von Kindern und Jugendlichen gegenüber ihren Eltern.

Versucht man, aktive Formen angemessener elterlicher Kontrolle auszumachen, so wird neben der Verhaltenskontrolle (Einfordern von Verhaltensnormen, geringe Nachgiebigkeit) nach wie vor induktive Erziehung als am meisten förderlich für soziale Entwicklung der Kinder betont (z.B. Hoeve et al., 2009). Bei induktiver Erziehung steht das Bemühen um Einsicht und Verständnis der Kinder durch (altersangemessene) Erklärungen der Eltern im Vordergrund. Hierbei lenken Eltern den Fokus des Kindes primär auf die Folgen seines Handelns, ohne es so stark zu aktivieren, dass die kognitive Verarbeitung dieser Information – etwa durch Beschimpfung oder körperliche Strafen – behindert wird. Induktive Erziehung zielt vor allem darauf ab, Einsicht in die Verursachung negativer Folgen für andere und empathisches Mitfühlen zu bewirken. Zahlreiche Untersuchungen haben – vor allem in den 1980er und frühen 1990er Jahren – die positive Wirkung dieser Erziehungspraktiken aufgezeigt (z.B. Whitbeck et al., 1997; vgl. Eysenck, 2004). Hierbei ist nicht nur maßgeblich, dass Eltern Erklärung für falsches Verhalten des Kindes liefern, sondern auch wie sie dies tun (Grusec & Goodnow, 1994). Entsprechend liegt es nahe, die Wirkung von elterlichen Erklärungen vor dem Hintergrund der Beziehungsqualität bzw. anderer Facetten ihres Erziehungsverhaltens, insbesondere der emotionalen Qualität der Interaktion, zu analysieren. Negativ herabwürdigende Formen der Kommunikation dürften die potentiell positive Wirkung von elterlichen Hinweisen auf die Folgen kindlichen Fehlverhaltens unterminieren.

Insgesamt legen diese Befunde für die Erfassung von Erziehung im Rahmen von pairfam nahe, sowohl positive als auch negative Aspekte der Dimension Zuwendung / Ablehnung zu erfassen und den unterschiedlichen Facetten von Kontrolle Rechnung zu tragen. Eine besondere Herausforderung liegt in der Auswahl von Indikatoren, die für einen breiten Altersbereich angemessen sind.

Erweiterungen dieser Ansätze ergeben sich vor allem in zwei Richtungen: Erstens betrifft dies die Berücksichtigung kindlicher Autonomiebedürfnisse, deren Bedeutung vor allem im Rahmen der Selbstbestimmungstheorie hervorgehoben wird (La Guardia, Ryan, Couchman & Deci, 2000; Ryan & Deci, 2000). So legen auch manche Befunde nahe, dass ein moderater Grad der Verhaltenskontrolle vor allem bei Jugendlichen eine bessere Wirkung auf deren Entwicklung hat als extreme Formen mangelnder oder zu starker Kontrolle (vgl. Galambos, Barker & Almeida, 2003b). Allerdings sind die Befunde nicht einheitlich. So sprechen andere Arbeiten dafür, den Aspekt der Autonomieförderung oder –behinderung separat zu betrachten, erweist er sich doch nicht gänzlich deckungsgleich mit der Vermittlung von Regelhaftigkeit und Struktur (Skinner, Johnson & Snyder, 2005). Zweitens rückt eine Reihe von Autoren wieder stärker den Aspekt der anregenden und entwicklungsförderlichen Erziehung in den Vordergrund (Brazelton & Greenspan, 2002; Tschöpe-Scheffler, 2003). Dieser Erziehungsaspekt reflektiert wohl in besonderer Weise die aktive Förderung der kindlichen Kompetenzentwicklung und nicht zuletzt die Transmission von kulturellem Kapital innerhalb der Familie. Allerdings ist dieser Aspekt auch in besonderem Maße mit der Herausforderung verknüpft, geeignete Indikatoren zu finden, die nicht allzu spezifisch und möglichst für einen breiten Altersbereich nutzbar sind.

Wenngleich die Literatur zu Zusammenhängen zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und der kindlichen Sozialverhaltensentwicklung inzwischen kaum noch überschaubar ist, ist die Zahl der methodisch aufschlussreicheren Längsschnitt- und Interventionsstudien vor allem in Deutschland durchaus überschaubar. In einer neueren Längsschnittstudie, der Erlangen-Nürnberger Präventions- und Interventionsstudie (Beelmann et al., 2007) konnten die Autoren aus zwei aggregierten Maßen problematischer versus konstruktiv-unterstützender Erziehungspraktiken und Erziehungskognitionen Veränderungen in externalisierenden Verhaltensweisen vorhersagen, erwartungsgemäß besser mit den problematischen Praktiken und Kognitionen (die auch das körperliche Strafen einschließen) als mit den konstruktiv-unterstützenden. Hierbei zeigte sich allerdings, dass das kindliche Verhalten ein fast ebenso potenter Prädiktor für das elterliche Verhalten ist wie umgekehrt das elterliche Verhalten für das auffällige Verhalten des Kindes (mehr bei Müttern, weniger bei Vätern). Zudem scheint die Geschlechterkonstellation maßgeblich zu sein, ergaben sich doch in der gleichgeschlechtlichen Dyade (Mütter – Töchter, Väter – Söhne) engere Zusammenhänge zwischen Erziehungsverhalten und Verhalten der Kinder. Schließlich konnten auch nicht lineare Effekte im Entwicklungsverlauf belegt werden. Derartige Befunde unterstreichen die Bedeutung längsschnittlicher Forschungsansätze, die Mütter wie auch Väter einbeziehen

     

Erziehung und Eltern-Kind Beziehungen im Familiensystem

Mittlerweile hat eine Vielzahl an Untersuchungen aufgezeigt, dass die Qualität der elterlichen Partnerschaft, insbesondere Konflikte zwischen den Eltern, sowohl das Erziehungsverhalten der Eltern unterminiert als auch Verhaltensprobleme und emotionale Belastungen der Kinder begünstigt (Buehler & Gerard, 2002; Davies et al., 2002; Hetherington, 2006; Walper & Beckh, 2006). Demgegenüber wurde auch international eher wenig berücksichtigt, welche Bedeutung der elterlichen Kooperation in der Erziehung zukommt. Solche Fragen des Coparenting wurden lange nur begrenzt auf Scheidungsfamilien untersucht und vor allem als eine zentrale Ressource der Eltern für die Kinderbetreuung betrachtet. Aus systemischer Perspektive kommt jedoch gerade der Passung elterlicher Erziehungsstrategien und mehr noch der aktiven wechselseitigen Unterstützung oder Unterminierung im Erziehungsalltag wesentliche Bedeutung zu (Belsky, Crnic & Gable, 1995; Gable, Belsky & Crnic, 1995; Gabriel & Bodenmann, 2006).

In mehreren Studien wurden konsistente Zusammenhänge zwischen wenig unterstützendem, konflikthaftem Coparenting-Verhalten und Verhaltensproblemen sowie Selbstregulierungsproblemen der Kinder gefunden (z.B. Feinberg, Kan & Hetherington, 2007; Schoppe, Mangelsdorf & Frosch, 2001). So zeigte sich etwa bei Eltern von Jugendlichen, dass Coparenting-Konflikte negativeres und weniger konsistentes Erziehungsverhalten förderte, welches wiederum das Sicherheitsgefühl der Kinder negativ beeinflusste und die Entwicklung von Selbstregulierungs-Fertigkeiten hemmte (Jones, Shaffer, Forehand, Brody & Armistead, 2003). Auch Zusammenhänge zwischen unterstützendem Coparenting-Verhalten und positivem Verhalten der Kinder in Peerbeziehungen, besseren Selbstregulierungsfähigkeiten und harmonischeren Geschwisterbeziehungen ließen sich aufzeigen (Brody, Flor & Gibson, 1999; McHale, Johnson & Sinclair, 1999). In einer neueren Untersuchung, die speziell auf Erziehungskonflikte zwischen den Eltern fokussierte, erwies sich Coparenting-Konflikt als bedeutsamer Prädiktor für negatives Erziehungsverhalten – wenngleich auch nur bei Stiefvätern – und für vermehrtes antisoziales Verhalten bei Jugendlichen (Feinberg, Kan & Hetherington, 2007). Diese negativen Effekte ließen sich durch Coparenting-Konflikte mindestens ebenso gut vorhersagen wie durch die Ehequalität und ehelichen Konflikt zusammen.

Die Rolle des Coparenting im Zusammenwirken von elterlicher Partnerschaftsqualität und Befindlichkeit der Kinder scheint jedoch noch eher unklar zu sein. Es liegt nahe, dass der Qualität des Coparenting eine Brückenfunktion zwischen der elterlichen Partnerschaftsqualität und der Entwicklung der Kinder zukommt, d.h., dass es als Mediator für diesen Zusammenhang fungiert. So spricht auch eine Studie mit Eltern von Vorschulkindern dafür, dass feindselige Coparenting-Beziehungen den Zusammenhang zwischen ehelicher Gewalt und kindlicher Angst und Depression mediieren (Katz & Low, 2004). Allerdings ergab sich in einer anderen Studie, dass Coparenting die Ehequalität vorhersagt, aber nicht umgekehrt (Feinberg, 2003). Möglicherweise sind es spezifischere Merkmale der elterlichen Partnerschaft, die auch für die Qualität des Coparenting maßgeblich sind. Gabriel und Bodenmann (2006) konnten zeigen, dass mangelndes dyadisches Coping den wichtigsten Prädiktor von elterlichen Erziehungskonflikten darstellt.

Weitgehend offen ist auch, inwieweit die Qualität des elterlichen Coparenting auch durch das kindliche Temperament beeinflusst wird. Während manche Befunde nahe legen, dass Eltern von Kindern mit auffälligem Temperament eher weniger unterstützendes Coparenting-Verhalten aufweisen (Schoppe-Sullivan, Mangelsdorf, Frosch & McHale, 2004), ergab sich in einer anderen Studie ein umgekehrter Effekt, wobei Eltern mit 3-monatigen Kindern, die von Beobachtern als vergleichsweise negativ und gehemmt eingeschätzt wurden, eher eine größere Coparenting-Kooperation aufwiesen als die Eltern von weniger schwierigen Kindern (Berkman, Alberts, Kavanaugh, Carleton & McHale, 2002). Eine weitere Studie erbrachte keine Effekte des kindlichen Temperaments (McHale et al., 2004).

Insgesamt legen diese Befunde nahe, dass die Qualität der elterlichen Kooperation in der Erziehung und vor allem offene Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen einen wesentlichen Risikofaktor für Belastungen des elterlichen Erziehungsverhaltens und der kindlichen Entwicklung darstellen. Ob sich hierbei weitergehende Partnerschaftsprobleme auch jenseits von Erziehungsfragen als Folge oder als mögliche Ursache von Coparenting-Konflikten herausstellen, ist eine offene Frage, ebenso wie mögliche reziproke Zusammenhänge zwischen Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Erziehungskonflikten zwischen den Eltern. Dem soll im Rahmen von pairfam näher nachgegangen werden.

 

Personelle und kontextuelle Einflüsse auf Erziehung und Eltern-Kind Beziehungen

Das Engagement von Eltern in Beziehung zu ihren Kindern unterliegt vielfältigen Restriktionen, die aus konkurrierenden Anforderungen und Zielsetzungen (etwa im Beruf, in der Partnerschaft, in der Fürsorge für andere Familienmitglieder oder im bürgerschaftlichem Engagement) aber auch mangelnden Ressourcen (im gesundheitlichen Bereich, im Bereich von Problemlösekompetenzen, im interpersonellen Bereich sozialer Ressourcen oder im ökonomischen Bereich) resultieren können. Schon Belsky (1984) hat in seinem Modell von Einflussfaktoren auf das elterliche Erziehungsverhalten zentrale Determinanten herausgestellt: Neben der individuellen Entwicklungsgeschichte und Persönlichkeit von Eltern hat er die Rolle der elterlichen Partnerschaft als wesentlichen innerfamilialen Faktor (s.o.) sowie die Bedeutung sozialer Netze und beruflicher Erfahrungen als zentrale außerfamilialer Einflussfaktoren herausgestellt. Neuere Studien haben dieses Modell noch ergänzt um die ökonomischen Ressourcen (Kruse, 2001), deren Einfluss auf das Familienleben, Eltern-Kind-Beziehungen und die Entwicklung von Kindern neuerdings stärker in den Fokus der Forschung geraten ist (Walper, 2008; vgl. auch Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen, 2005).

Dieses Modell hat sich in zahlreichen Studien bewährt, welche zeigen, dass die Persönlichkeit von Eltern und ihr Wohlbefinden eine bedeutsame Rolle bei der Erziehung spielen. So hat sich zum Beispiel mütterliche Depressivität als ein wichtiger Risikofaktor sowohl für elterliches Erziehungsverhalten, als auch für die kindliche Entwicklung herausgestellt, da sie die mütterliche Reponsivität gegenüber kindlichen Bedürfnissen minimiert, positive Gefühle auf Seiten der Mütter bei der Erziehung reduziert und feindselige Interaktionen fördert (Foster, Garber & Durlak, 2008; Wachs, Black & Engle, 2009). Die gemischten empirischen Ergebnisse zeigen, dass solche Einschränkungen im elterlichen Wohlbefinden möglicherweise sowohl Folge als auch Ursache von anderen Stressoren im Familiensystem (z.B. eheliche Konflikte) sind. Wie auch aus stresstheoretischer Perspektive zu erwarten ist, verweisen vielfältige Befunde darauf, dass inner- und außerfamilialen Einflussfaktoren (Stressoren) in engem Zusammenhang mit personalen Ressourcen der Eltern stehen, insbesondere Merkmalen der Befindlichkeit, Emotionsregulation und Impulskontrolle, die direkt wie auch indirekt auf elterliches Erziehungsverhalten einwirken (Graf 2002). Einige Ergebnisse lassen sogar annehmen, dass diese personalen Ressourcen (z.B. Selbstwert und elterliche Selbstwirksamkeit) nicht nur das Erziehungsverhalten an sich, sondern auch den Erziehungserfolg bezüglich dem angestrebten kindliche Verhalten beeinflusst (Saile & Kühnemund, 2001). Wenngleich es eine immer größere Forschungsbasis gibt, die die Bedeutsamkeit von elterlicher Selbstwirksamkeit für Erziehungspraktiken und kindliches Verhalten aufzeigen, weisen diese Studien typischerweise ein querschnittliches Design auf und bieten daher wenig Aufschluss über die Kausalität der Zusammenhänge (vergleiche z.B. Miller, 2001; Sanders & Woolley, 2005).

Wie kompetent – d.h. entwicklungsförderlich – Mütter und Väter in der Elternrolle agieren können, hängt demnach wesentlich davon ab, wie stark äußere Anforderungen ihre Bewältigungsressourcen strapazieren und damit ihre Befindlichkeit und Handlungskompetenzen beeinträchtigen.

Dies scheint sich keineswegs nur auf der Verhaltensebene niederzuschlagen, sondern betrifft auch elterliche Kognitionen über ihre Kinder. So wurden stressbedingte Verzerrungen der elterlichen Wahrnehmung ihrer Kinder aufgezeigt, die sich in feindselig-negativen Attributionen des kindlichen Verhaltens niederschlagen können und auf diesem Wege negative Handlungsdispositionen der Eltern in der Erziehung liefern (Nix et al., 1999; Pinderhughes, Bates, Dodge, Pettit & Zelli, 2000); Pinderhughes et al. 2002). Solche negativen Attributionen scheinen eine wesentliche Rolle bei der Stabilisierung negativer Interaktionen zwischen Eltern und Kindern einzunehmen. Dies ist allerdings noch nicht oft in empirischer Forschung berücksichtigt worden. Um die kausalen Zusammenhänge zu untersuchen, ist es notwendig ein langfristiges Design anzulegen, welches erlaubt die Effekte der Kinder zu berücksichtigen, da auch ein stark externalisierendes Problemverhalten der Kinder den Anstoß für feindselig-negative Attributionen liefern kann. (Halligan, Cooper, Healy & Murray, 2007).

Konkurrierende Anforderungen oder die Verfügbarkeit von Ressourcen sind nicht nur externale Bedingungen, welche die Eltern-Kind-Beziehung beeinflussen, sondern auch zumindest teilweise ausgewählt innerhalb des engeren oder weiteren Rahmens des Akteurs für Entscheidungen und Selbststeuerung. Themen der Work-Life-Balance können als Beispiel hierfür angesehen werden. Sie beziehen sich auf häufig auftretende konkurrierende Anforderungen, Verpflichtungen und Ziele im Beruflichen und Privaten, die immer wieder familiäre Aushandlungsprozesse und individuelle Problemlösung für die Balancierung dieser beider Lebensbereiche benötigen (Ford, Heinen & Langkamer, 2007). Wenngleich die meisten Studien zu Erziehungsverhalten berufliche Verpflichtungen oder die Qualität von Paarbeziehungen als external festgelegte Rahmenbedingungen betrachtet, welche die Elternrolle formt, ist ein solcher eindimensionaler Blick auf relevante Prozesse möglicherweise nicht ausreichend. Wie ausgesuchte Ergebnisse zeigen beschränken auch Probleme in der Kindererziehung die berufliche Weiterentwicklung der Eltern: Eine Interventionsstudie von Bertram et al. (2003) lässt annehmen, dass die Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen möglicherweise auch die finanzielle Situation der Familie positiv beeinflusst.

Auch soziale Netzwerke, die als Bewältigungsressource unter stressigen Lebensumständen fungieren, werden möglicherweise aktiviert und wenn notwendig angepasst beim Auftreten von Problemen in der Pflege und Erziehung der Kinder. Eine solche Perspektive, die wechselseitige Einflüsse zwischen kontextuelle Faktoren und Erziehung berücksichtigt, wäre besonders nützlich.

Forschungsziele

pairfam verfolgt mit einem systemisch-entwicklungsbezogenen Ansatz das Ziel, die  Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen und Erziehung in Familien aus Sicht von Müttern, Vätern und Kindern im Verlauf der Familienentwicklung längsschnittlich zu verfolgen, grundlegende Informationen zur Verbreitung einzelner Erziehungspraktiken und –stile zu liefern, mögliche Einflussfaktoren auf differenzielle Entwicklungsverläufe aufzuzeigen und die Interdependenz zwischen Eltern-Kind-Beziehungen und Merkmalen elterlicher Erziehungspraktiken einerseits und Charakteristika der kindlichen Entwicklung andererseits im Zeitverlauf aufzuklären.

Erziehung als zielorientiertes elterliches Handeln:

Die Salienz einzelner Erziehungsziele sind im Spannungsfeld zweier Orientierungen zu sehen: (a) in der Ausrichtung auf das Kindeswohl, für das Eltern im Kontext antizipierter Anforderungssituationen unterschiedliche Qualitäten ihrer Kinder als zentral ansehen, (b) in der Ausrichtung auf das eigene Wohlbefinden, das für das die Gestaltung der Eltern-Kind-Beziehung und der Erfolg in der Erziehung bedeutsam ist.

  • Erziehungsziele im Kontext individueller Orientierungen: Durch die Berücksichtigung vergleichbarer Dimensionen des angestrebten Kindeswohls wie auch eigener selbstbezogener Ziele etwa in der Entscheidung für Elternschaft („value of children“) oder für die Gestaltung von Partnerschaften („value of partnership“) ist ein Abgleich zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen bzw. Beziehungskontexten möglich, so dass generalisierte Ziele, kompensatorische Zielverschiebungen, aber auch Prozesse der Delegation an die nachwachsende Generation untersucht werden können.
  • Veränderungen von Erziehungszielen im längsschnittlichen Verlauf: Mögliche Veränderungen von Erziehungszielen im Verlauf der individuellen Biografie und Familienentwicklung können im Hinblick auf kontextuelle Einflussfaktoren, altersgradierte Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben der Kinder, deren Persönlichkeits- und Verhaltensentwicklung. Auch Prozesse der gegenseitigen Beeinflussung beider Elternteile können untersucht werden.
  • Passung und Interdependenz von Erziehungszielen und Erziehungspraktiken: Wenngleich Erziehungszielen ein eigenständiger Status zugebilligt wird und diese nicht gradlinig in spezifische Erziehungspraktiken übersetzt werden, ist deren Passung ein wichtiger Hinweis auf (In-)Konsistenzen im Erziehungsverhalten. Hierbei sind familieninterne und externe Stressoren zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf ökonomische Problemlagen und Partnerschaftskonflikte.

    Erziehung und Kindeswohl:

    Zentrales Anliegen von pairfam ist es, einen Beitrag zur Analyse von Einflüssen elterlicher Erziehungspraktiken auf die kindliche Entwicklung und vice versa zu leisten, indem positive und negative Aspekte der emotionalen Dimension Wärme bzw. Zuwendung/Ablehnung erfasst werden und den unterschiedlichen Facetten von Kontrolle Rechnung getragen wird.

    • Die Bedeutung von elterlichen Kontrollstrategien und Erziehungsstilen für das Kindeswohl: Neben Informationen zur Verbreitung einzelner Erziehungsstile soll vor allem geklärt werden, welche positiven und negativen Folgen unterschiedliche Kontrollstrategien der Eltern für das Kindeswohl haben. Angesichts des längsschnittlichen Designs lassen sich auch prospektive Fragestellungen verfolgen, die auf langfristige Effekte elterlicher Erziehungspraktiken abzielen und vorausgegangene Entwicklungsbesonderheiten der Kinder berücksichtigen lassen.
    • Der relative Einfluss von Müttern und Vätern und das Zusammenspiel der Geschlechterkonstellation in der Erziehung: Da sowohl Väter als auch Mütter in die Erhebung einbezogen sind, lässt sich im Vergleich beider Elternteile nicht nur deren relativer Einfluss auf die Entwicklung der Töchter und Söhne ermitteln, sondern es kann auch nach möglichen Unterschieden in der Relevanz einzelner Erziehungspraktiken von Müttern und Vätern und nach Unterschieden im Einfluss beider Elternteile auf spezifische Merkmale der Kinder und Jugendlichen gefragt werden.
    • Auswirkung der Erziehung auf das Wohl der Eltern: In der aktuellen Forschung eher wenig beachtet ist die Frage, wie sich Erfahrungen in der Elternrolle, insbesondere in der Erziehung der Kinder, auf das Wohl der Eltern auswirken. So wäre zu erwarten, dass Eltern, denen die Umsetzung ihrer Erziehungsziele in entsprechende Erziehungspraktiken gut gelingt, mehr Freude an der Erziehung haben und somit in ihrem Wohlbefinden gestärkt sind. Auch hier ist mit rekursiven Prozessen zu rechnen, die sich anhand der Längsschnittdaten näher erkunden lassen.

      Erziehung und Eltern-Kind-Beziehungen im Familiensystem:

      Im Hinblick auf die zugrunde gelegte systemische Perspektive sind Konflikt und Kooperation zwischen den Eltern im Coparenting von besonderem Interesse.

      • Coparenting in der Dyade der Eltern: Besonderes Augenmerk gilt offenen Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen als Risikofaktor für Belastungen der Eltern-Kind-Beziehungen, wobei deren Interdependenz mit eingeschränktem Wohlbefinden beider Elternteile und weitergehenden Partnerschaftsprobleme auch jenseits von Erziehungsfragen längsschnittlich aufgeklärt werden soll. Vor allem soll untersucht werden, ob gelungenes Coparenting einen eigenständigen Effekt auf die kindliche Entwicklung hat, der über den Einfluss der individuellen Erziehungspraktiken hinausgeht. Darüber hinaus lässt sich klären, in welchen Entwicklungsphasen elterliches Coparenting besonders bedeutsam ist.
      • Prädiktoren des Coparentings: Hier steht neben möglichen Einflüssen der Partnerschaftsqualität die Rolle weiterer Einflussfaktoren (z.B. Persönlichkeit der Eltern, ökonomische Belastung, Erwerbstätigkeit beider Partner) auf Coparenting im Vordergrund. Im Sinne einer Vulnerabilitätshypothese könnten Probleme in der Paarkommunikation die Elternallianz besonders anfällig für externe Stressoren machen.

      Personale und sozialökologische Einflüsse auf Eltern-Kind-Beziehungen:

        Von den vielfältigen personellen und kontextuellen Einflussfaktoren auf die Erziehung und die Eltern- Kind-Beziehung sollen beispielhaft folgende Fragestellungen auch hinsichtlich ihrer Interdependenzen untersucht werden:

        • Einflüsse ökonomischer Belastungen: Die Daten zur Erwerbsbeteiligung der Eltern, zum Haushaltseinkommen wie auch spezifische Indikatoren zum finanziellen Druck in der Haushaltsführung erlauben es, Einflüsse ökonomischer Deprivation auf die Eltern-Kind- Beziehung und elterliche Erziehungspraktiken längsschnittlich zu untersuchen, so dass zwischen chronischer Armut und zeitbegrenzten Armutslagen differenziert und die Auswirkungen früher und später Armutserfahrungen der Kinder untersucht werden können.
        • Erziehung in sich diversifizierenden Familienstrukturen: Durch die umfangreichen Stichproben können Effekte unterschiedlicher Familienkonstellationen auf die Eltern-Kind- Beziehungen in (verheirateten und nicht-ehelichen) Kernfamilien, Ein-Eltern-Familien (mit alleinerziehender Mutter oder alleinerziehendem Vater) und Stief- bzw. Patchwork- Familien gut erfasst werden. Aus Sicht der Kinder lässt sich hierbei auch die Beziehung zum getrennt lebenden leiblichen Elternteil untersuchen und nach der Bedeutung von Kontakthäufigkeit, Beziehungsqualität und Erziehungspraktiken für das Kindeswohl fragen. Längsschnittdaten ermöglichen die Analyse der Veränderungen der Eltern-Kind- Beziehung im Verlauf einer Trennung oder neuen Partnerschaft der Eltern.
        • Einflüsse des Wohlbefindens von Eltern und Kinder: Nicht nur im Kontext stresstheoretischer Perspektiven, sondern auch im Hinblick auf persönlichkeits- und gesundheitsrelevante Fragestellungen sollen im pairfam-Projekt Einflüsse des Wohlbefindens der Eltern auf die Erziehung aufgegriffen werden. So stellt sich etwa im Kontext der Transmissionsthematik die Frage, ob Merkmale wie z. B. Depressivität der Eltern auf direktem Wege an die Kinder „weitergegeben“ werden oder ob hierbei Belastungen der elterlichen Erziehungskompetenzen eine vermittelnde Rolle zukommt.
        • Die Rolle bereichsspezifischer kognitiv-emotionale Handlungsdispositionen: Neben generellen Persönlichkeits- und Befindlichkeitsmerkmalen der Eltern soll auch bereichsspezifischen Handlungsdispositionen Rechnung getragen werden: (a) negative Attributionen der Eltern, d. h. feindselig-abwertende subjektiven Erklärung des kindlichen Verhaltens, (b) die Rolle elterlicher Opferbereitschaft, (c) wahrgenommene Kompetenz in der Elternrolle. Letztere dürfte z. B. für die Entwicklung der Beziehung zwischen Scheidungskindern und ihrem getrennt lebenden Elternteil bedeutsam sein, da damit zu rechnen ist, dass sich vor allem Scheidungsväter mit geringen Kompetenzgefühlen vermehrt aus der Elternrolle zurück ziehen. Solche bereichsspezifischen Dispositionen dürften vielfach als Mediatoren zwischen Persönlichkeitsmerkmalen der Eltern und deren Erziehungsverhalten fungieren.

         

         

        Erhebungsinstrumente und deren Taktung

        Wie oben beschrieben, zielt das Projekt pairfam darauf ab, Erziehung und Eltern- Kind- Beziehungen mitsamt ihrer wechselseitigen Verknüpfung in Bezug auf das Wohlbefinden des Kindes als auch auf das Wohlbefinden der Eltern zu analysieren. Dabei werden beide sowohl als Prädiktoren als auch als Folge der Eltern-Kind-Interaktion betrachtet. Während der Fokus der Forschung zu Erziehung auf dem kindlichen Wohlbefinden (als wichtigste Folge von Erziehung) liegt, kommt dem elterlichen Wohlbefinden bis heute noch keine solche Bedeutung zu. Speziell bedeutet dies, dass wir versuchen zu verstehen, wie die elterlichen Erziehungsziele, als auch ihre Erfahrungen in der Erzieherrolle reflektiert werden und wie diese mit ihren Bedürfnissen zusammenpassen, besonders mit der Verbundenheit mit dem Kind, der Kompetenz und der Autonomie. Daher werden zusätzlich zu den Indikatoren der wahrgenommenen Verbundenheit mit dem Kind, die elterlichen Kompetenzgefühle und die Autonomie in der Elternrolle in die Erhebung integriert. Dies soll domänenübergreifende Vergleiche erlauben, insbesondere bei den Kompetenzgefühlen, da diese ebenso in den Bereichen Partnerschaft und Beruf erfasst werden. Außerdem wird ähnlich wie im Bereich Partnerschaft das Konstrukt „Opferbereitschaft“ in der Erziehung erhoben. Die Messung der Erziehungsziele bei der Zielperson basiert auf dem selben (aber differenzierteren) Rahmenmodell der Werte/ Bedürfnisse wie es auch in anderen Lebensbereichen, z.B. bei der Messung der „Value of children“, „Value of partnership“, verwendet wird. Es wird erwartet, bedeutsame Zusammenhänge zwischen den „Values of children“ der Eltern und ihren Erziehungszielen zu finden, während die Verknüpfungen z.B. zwischen den „Values of partnership“ und den Erziehungszielen eher schwächer sein werden. Nichtsdestotrotz wird erwartet, dass solche Verbindungen gefunden werden, da sie eher die globalen interpersonellen Unterschiede in ihrer relativen Bedeutung, was mit vielen verbunden ist, ausmachen.

        Wie oben diskutiert, soll die Messung der Erziehungspraktiken erlauben, das Wissen über Effekte verschiedener Formen der Kontrolle zu erweitern. Da die Erhebung ökonomisch sein soll, konzentrieren wir uns auf die Konstrukte „Induktion“, „Monitoring“ (als vermutlicher Effekt von Kontrolle), „strikte Kontrolle“, „inkonsistente Erziehung“ und „Dominanz des Kindes“ (als höchstwahrscheinlich dysfunktionaler Aspekt der elterlichen Kontrolle). Die „Dominanz des Kindes“ wird als Indikator für nachgiebige Erziehung herangezogen, indem sie den Kontrast zu elterlichem Kontrollverhalten bildet. Zusätzlich werden die Konstrukte „Wärme“ und „negative Kommunikation“ gemessen, um die positiven und negativen Gesichtspunkte des emotionalen Klimas (vs. Gewährung psychischer Autonomie) zu erheben.

        Besondere Bedeutung kommt dem Zusammenspiel von Wärme/negative Kommunikation mit Kontrolle, mit der Frage unterschiedlicher Effekte sicherer Erziehungspraktiken, welche von den kindlichen Bedürfnissen und Anlagen abhängig ist, als auch mit den psychologischen Ressourcen der Eltern. Obwohl wir uns bemühen, Vergleiche zwischen Elternsicht und Kindersicht zu ermöglichen, wird es nicht ganzheitlich möglich sein, das gesamte Spektrum an Konstrukten, sowohl für Eltern als auch für Kinder zu erheben.

        Wegen der ökonomischen Messung, wird man manchmal auf andere Indikatoren angewiesen sein werden, z.B. bei der Verwendung der Berichte der Kinder über das Wissen der Eltern über ihre Freunde (was im Sozialen Netzwerk Modul gemessen wird) als Proxy für elterliches Monitoring.

        Zusätzlich zu den Aspekten der Wärme und negativen Kommunikation sollen weitere Details der Eltern-Kind-Beziehung erforscht werden. Zum einen eine Anzahl an ähnlichen Indikatoren, wie sie in der Messung der Partnerschaftsbeziehung und der Beziehung zur Herkunftsfamilie verwendet werden (Wertschätzung, Intimität, Konflikt, Verlässlichkeit). Dies soll wiederum Vergleiche zwischen verschiedenen Beziehungskontexten hinsichtlich der individuellen Gestaltung der Familienbeziehung erlauben. In längsschnittlicher Betrachtung werden domänenübergreifende Verbindungen (z.B. durch die Ermittlung von spill-over-Prozessen der Partnerschaft der Eltern auf die Erziehung) unter Berücksichtigung ihrer Besonderheit (begrenzt auf spezielle Dimensionen der Beziehung) und Weitschweifigkeit (sichtbare Effekte auf andere Dimensionen oder die Beziehungsqualität) erforscht. Auf manchen dieser hier ausgewählten Aspekte liegt ein besonderes Interesse. Zum Beispiel, soll durch die Berücksichtigung der kindlichen Intimität (selbst-Abgrenzung zu den Eltern) ein weiterer Blickwinkel auf die Entwicklung des Monitorings gerichtet werden. Die elterliche Verlässlichkeit hingegen scheint mehr bedeutsam für die Entwicklung von Vertrauen und dem Sicherheitsgefühl zu sein.

        Hinsichtlich der großen Veränderung von Familienbeziehungen während der Adoleszenz wurden schließlich drei Skalen einbezogen, welche eine Erfassung der Bindung und Individuation ermöglichen: Ambivalenz und Angst vor Liebesverlust (beide deuten auf emotionale Unsicherheiten hin, bzw. auf die Dimension der Angst in Bindungsbeziehungen) sowie gelungene Individuation (Fähigkeit Individualität zu bewahren innerhalb einer unterstützenden und engen Beziehung). Die Skala Angst vor Liebesverlust wurde zusätzlich zur Ambivalenz einbezogen, weil sich in ihr etwas stärker das Erleben psychologischer Kontrolle der Eltern gegenüber den Jugendlichen widerspiegeln sollte.

        Hinsichtlich kontextueller Einflüsse auf das Erziehungsverhalten werden innerhalb des pairfam-Designs eine Menge an Indikatoren zur Verfügung stehen. Zusätzlich zu den vielen Skalen zur elterlichen Partnerschaft werden zudem Co-Parenting-Konflikte erfasst, um deren Rolle im Zusammenspiel von elterlichen Beziehungsproblemen und elterlichem Erziehungsverhalten untersuchen zu können, gleichzeitig aber auch deren direkte Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.

        Das Verhalten und die Wohlfahrt des Kindes werden in pairfam sowohl als möglicher Prädiktor wie auch als Folge des elterlichen Erziehungsverhaltens gesehen. Gleichzeitig sollen auch spezielle Eigenschaften des Kindes als mögliche Moderatoreffekte betrachtet werden, welche spezifische elterliche Verhaltensweisen effektiver bzw. weniger effektiv werden lassen. Obwohl diese Perspektive von höchster praktischer Relevanz ist, beispielsweise für die Entwicklung von Interventionsprogrammen zur Verbesserung des Erziehungsverhaltens, so ist sie doch bislang noch relativ wenig wissenschaftlich untersucht worden. Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu anderen Studien herzustellen, und um verschiedene Sichtweisen auf das kindliche Verhalten vergleichen zu können, werden das Verhalten und die Entwicklung des Kindes sowohl über die Auskunft der Eltern, als auch über den Selbstbericht der Kinder erfasst. Hierfür kommt der Strengths an Difficulties Questionnaire (SDQ) zum Einsatz. Für die Selbstauskünfte der Kinder und Jugendlichen soll eine verkürzte Version eingesetzt werden, welche emotionale Probleme, Verhaltensprobleme und prosoziales Verhalten erfasst. Zusätzlich werden wir auch die soziale Integration der Kinder sowie deren Leistungen und Wohlbefinden in der Schule erfassen. Für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder wird eine sehr kurze Skala zum kindlichen Temperament eingesetzt (lediglich Auskunft der Eltern).

        Insgesamt folgte die Auswahl an Konstrukten und Indikatoren für die Erfassung des Erziehungsverhaltens und der Eltern-Kind-Beziehung in pairfam aufgrund folgender Kriterien bzw. Anforderungen:

        pairfam sollte eine Vielzahl und große Bandbreite an Analysen ermöglichen, die auch über die hier dargestellten Forschungsfragen hinausgehen. Der Forschungsfokus sollte also nicht zu spezifisch sein und die Konstrukte wie auch die Indikatoren sollten genügend Verbindungen und Anknüpfungspunkte für andere Forschergruppen bereitstellen.

        pairfam soll elterliche Verhaltensweisen erfassen, die auch für die gesamte Altersspanne von der frühen Kindheit bis in die späte Adoleszenz sowohl angemessen als auch vergleichbar sind.

        Außerdem sollten die Indikatoren zur Eltern-Kind-Beziehung in der Kindheit und Jugend eine gewisse Vergleichbarkeit und Kontinuität zu den Kernkonzepten der intergenerationalen Beziehungen im Erwachsenenalter aufweisen. Eine solche Kontinuität innerhalb der erhobenen Konstrukte ist nicht nur für die theoretische Kohärenz des pairfam-Programms relevant, sondern auch unerlässlich für längsschnittliche Analysen und hinsichtlich dem Vorhaben, Kinder der Zielpersonen mit dem Erreichen des 15. Lebensjahres auch selbst in die Stichprobe der Zielpersonen aufzunehmen.

        Hinsichtlich der großen Vielzahl an erhobenen familiären Beziehungen, Kontexten und Konstrukten in pairfam sollten alle Indikatoren so kurz und ökonomisch wie möglich sein.

        Die Analyse von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Beziehungen innerhalb einer Familie sollte dadurch erleichtert werden, dass für die verschiedenen Familienbeziehungen ähnliche Konstrukte und Indikatoren verwendet werden.

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