Anker- und Alteridaten

Als Multi-Actor-Studie führt pairfam nicht nur mit den Hauptbefragten (Anker) Interviews durch, sondern auch mit weiteren Familienmitgliedern (Alteri). Die erste Welle beinhaltet nur Anker- und Partnerbefragungen. Ab der zweiten Welle wurden zusätzlich auch Eltern und Kinder ab 8 Jahren befragt und es kam eine separate Erziehungsbefragung der Ankerpersonen und Partner*in hinzu. Die Elternbefragung endete mit Welle 8. Der Scientific-Use-File enthält eine Vielzahl von Datensätzen, da für jede Befragtengruppe jeweils ein separater Querschnittsdatensatz pro Erhebungswelle ausgeliefert wird. Für dyadische Analysen oder Längsschnittuntersuchungen lassen sich die einzelnen Datensätze über eine einheitliche Identifikatorvariable verknüpfen.

 

DemoDiff Substichprobe

DemoDiff ist eine vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) initiierte und finanzierte Zusatzbefragung unter ostdeutschen Ankerpersonen der Geburtskohorten 1971-73 und 1981-83, sowie deren Partnern*innen. Die Erhebung startete analog zur zweiten Welle des Beziehungs- und Familienpanels und wurde auf Basis eines weitgehend identischen Frageprogramms vom MPIDR für drei Wellen im jährlichen Rhythmus erhoben. Seit der fünften Welle sind die DemoDiff-Befragten vollständig in pairfam integriert. Mit den Daten dieser Ergänzungsstichprobe erweitert sich die empirische Grundlage speziell für Vergleichsanalysen zwischen Ost- und Westdeutschland. 

→ DemoDiff im Datenbestandskatalog des GESIS Datenarchivs

Die erste Erhebungswelle von DemoDiff wurde ein Jahr nach dem Start der pairfam-Studie zwischen Herbst 2009 und Frühjahr 2010 mit einer Ausgangsstichprobe von 1.489 zufällig ausgewählten ostdeutschen Ankerpersonen und 684 Partnern*innen realisiert. Die 2010/11 durchgeführte Befragung beinhaltet sowohl Module der zweiten als auch der dritten Erhebungswelle von pairfam. Details zu den Unterschieden zwischen DemoDiff und pairfam und deren Integration können dem Data Manual entnommen werden.

Die anschließende Befragung von 2011/2012 lief zeitlich synchron mit der vierten Welle der pairfam-Erhebung. Ab der fünften Welle wurde DemoDiff im Rahmen des Beziehungs- und Familienpanels weitergeführt und ebenfalls durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Die Daten der 2. und 3. Welle von DemoDiff wurden rückwirkend in die pairfam-Daten (Welle 3 und 4!) integriert.

  • DemoDiff-Manual: ergänzt das Data Manual von pairfam hinsichtlich der Besonderheiten der DemoDiff-Studie
  • Gewichtungshinweise: informiert über Gewichtung und Validierung der Netto-Ausgangsstichprobe der DemoDiff-Studie
Welle 1Welle 2Welle 3
2009/102010/112011/12

DemoDiff Ankerperson

→ Datensatz anchor1_DD

s. pairfam Ankerperson W3

→ Datensatz anchor3

+ Kindheitsgeschichte

→ Datensatz anchor2_DD

s. pairfam Ankerperson W4

→ Datensatz anchor4

DemoDiff Partner*in

→ Datensatz partner1_DD

s. pairfam Partner*in W3

→ Datensatz partner3

s. pairfam Partner*in W4

→ Datensatz partner4

MethodenberichtMethodenberichtMethodenbericht
BerufsvercodungBerufsvercodung

Berufsvercodung

 

Step-up Stichprobe

Step-up-Befragte sind ehemalige Teilnehmer*innen der Kinderbefragung, die nun über 15 Jahre alt sind und im Rahmen der Ankerpersonenbefragung weiterhin an pairfam teilnehmen. Die Step-ups wurden seit der vierten Welle befragt. Zusätzlich erhalten die Step-up-Befragten in der ersten Welle, in der sie an der Hauptbefragung teilnehmen, einen Übergangsfragebogen (Drop-off), in dem einige Hintergrundinformationen erhoben werden. Darüber hinaus sind die Daten der Step-up-Partnerbefragung verfügbar. Die Daten und Dokumentation der Step-up-Anker und Step-up-Partnerbefragung sind im Scientific-Use-File in einem separaten Ordner abgelegt. Näheres zu den Step-up-Befragten können Sie im Data Manual nachlesen.

 

Aufstockungsstichprobe in Welle 11

Im Rahmen einer Aufstockungs- und Auffrischungsstichprobe kamen in Welle 11 über 5.000 neue Ankerpersonen hinzu. Es wurden sowohl die Geburtskohorten 1981-1983 und 1991-1993 aufgefrischt als auch über 2.400 Ankerpersonen der Geburtskohorte 2001-2003 erstmals befragt. Für diese neuen Befragten wurden (neben der aktuellen Situation) retrospektiv die Partnerschafts-, Fertilitäts-, Mobilitäts-, Bildungs- und Erwerbstätigkeitsverläufe, Critical Life Events, Herkunft, Kindheitsgeschichte sowie die Lebenssituation in der Kindheit erhoben. Außerdem enthält der Fragebogen für neue Befragte u.a. Items zu Persönlichkeitseigenschaften (Big5), zur elterlichen Erziehung, zu sexueller Orientierung, zu Risikoverhalten und zu Religiosität.

Die zusätzlichen Ankerpersonen sind im Datensatz anchor11 enthalten, ihre Partner*innen und Kinder wurden in die entsprechenden Alteri-Datensätze der Welle 11 integriert. Um die verschiedenen Befragungsgruppen schnell identifizieren zu können, enthalten alle Datensätze eine zusätzliche Variable „sample“ mit den Ausprägungen „pairfam-Hauptstichprobe“, „DemoDiff-Stichprobe“ und „Aufstocker-Stichprobe“. Zu beachten ist, dass die Variable „cohort“ für die jüngste Befragungsgruppe den Wert „4“ aufweist. Auch in die generierten Zusatzdatensätze wurden die Angaben der neuen Befragten integriert. Zu den Details der Feldarbeit steht für die neue Stichprobe ein gesonderter Methodenbericht von Kantar zur Verfügung. Auch das Technical Paper Nr. 01 sowie das Data Manual enthalten Informationen über diese neuen Befragungsgruppen.

 

Generierte Datensätze

Um die Nutzer*innenfreundlichkeit zu erhöhen, stellen wir mehrere generierte Datensätze mit biografischen Informationen bereit, die wellenübergreifend verfügbar sind. Für die Step-up-Befragten stehen lediglich die Fertilitäts- und die Partnerschaftsbiografie bereit. Näheres zu den generierten Datensätzen ist im  Data Manual nachzulesen.

  • Aktivitätenbiografie (bioact/bioact_rtr): prospektive und retrospektive Informationen zu Tätigkeiten der Ankerperson - Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit.
  • Fertilitätsbiografie (biochild): prospektive und retrospektive Informationen zu allen Kindern der Ankerperson - Geburt und Zusammenleben.
  • Mobilitätsbiografie (biomob_): prospektive und retrospektive Informationen zur Mobilität der Ankerperson - Wohnsitze, Umzüge, Auszug aus dem Elternhaus.
  • Elternbiografie (bioparent): prospektive und retrospektive Informationen zu allen Elternteilen des Ankers - Art der Elternschaft, Kobabitation, Familienstand.
  • Partnerschaftsbiografie (biopart): prospektive und retrospektive Informationen zu Partnerschaften des Ankers ab 14. Lebensjahr - Beziehung, Kohabitation, Ehe
  • Haushaltsraster (household): prospektive Informationen zum Haushalt der Ankerperson (Wellen 1-3) - Wohnsituation und Haushaltsmitglieder
  • Multi-Actor-Überblick (overview_multi_actor): prospektive Informationen zur Teilnahme der Alteri an der pairfam-Befragung.

 

Makrodaten (Regionalkennziffern und microm-Indikatoren)

Zahlreiche Erklärungsansätze innerhalb der Beziehungs- und Familienforschung verweisen auf die hohe Relevanz kontextueller Rahmenbedingungen. Um entsprechende Fragestellungen im Rahmen des pairfam-Projekts angemessen analysieren zu können, wurden die Mikrodaten aus der Befragung mit einer Reihe von externen Makrodaten verknüpft. Zudem ermöglichen die im Makrodatensatz enthaltenen Gemeinde- und Kreiskennziffern der Hauptwohnsitze der Ankerpersonen sowie die Geokoordinaten das Zuspielen weiterer Kontextinformationen.

Verfügbar sind folgende Typen von Makrodaten:

  • Bundesland, Gemeindegröße, Siedlungsstruktur des Hauptwohnsitzes der Ankerperson und ihrer Eltern (in den Datensätzen des Scientific-Use-File enthalten)
  • Distanz der retro- und prospektiv erhobenen Umzüge der Ankerperson (in den generierten Datensätzen biomob_ehc und biomob_rtr des Scientific-Use-File enthalten)
  • Gemeinde- und Kreiskennziffer des Hauptwohnsitzes der Ankerperson (nur an speziell gesicherten Arbeitsplätzen verfügbar)
  • microm-Regionalindikatoren für Wellen 1-5 (s.u.; nur an speziell gesicherten Arbeitsplätzen verfügbar)
  • Angaben zu den primary sampling units (PSU) (s.u.; nur an speziell gesicherten Arbeitsplätzen verfügbar)
  • Geokoordinaten (Breiten- und Längengrad) des Hauptwohnsitzes der Ankerperson (nur für das Zuspielen von Makroinformationen durch den pairfam-Nutzer*inservice verfügbar)  

Die von microm Consumer Marketing, einem kommerziellen Anbieter im Bereich des Zielgruppen-, Dialog- und Geomarketings, verfügbaren kleinräumigen Regionalindikatoren geben unter anderem Auskunft über:

  • den Typus der Wohngegend, die Art der Bebauung, den Straßentyp, die Anzahl der Haushalte im Straßenabschnitt (mit Unterscheidung nach Eigentümer*innen und Mieter*innen), die Einwohnerdichte, den Anteil von Kultur- und Freizeiteinrichtungen an allen privaten Haushalten und Gewerbebetrieben,
  • die sozioökonomische Charakteristik der Nachbarschaft mit Bezug auf das durchschnittliche Statusniveau, die Arbeitslosigkeit, die Familienstruktur, die Anzahl der Kinder, die Lebensphasen- und Altersstruktur sowie den Ausländeranteil und die ethnische Zusammensetzung,
  • die Mobilität der Bewohner*innen in der Nachbarschaft mit Bezug auf durchschnittliches Umzugsvolumen, Umzugssaldo, Fluktuation, Nahumzugsquote und Fernumzugsvolumen sowie
  • das dominante Milieu und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens verschiedener Sinus-Milieus®.

→ microm-Indikatoren (Bitte beachten: Es sind nicht alle in diesem Dokument gelisteten microm-Variablen für die pairfam-Daten verfügbar. Bitte bei Interesse Rücksprache mit dem pairfam-Nutzer*innenservice halten).

Eine genauere Beschreibung der vorhandenen Makroindikatoren für das Beziehungs- und Familienpanel findet sich im Technical Paper Nr. 07. Außerdem hat das MPIDR einen Technical Report veröffentlicht, in dem beispielhaft eine Verlinkung von pairfam mit Geodaten beschrieben wird. Ob eine solche Verlinkung durch den pairfam-Nutzer*innenservice möglich ist, muss allerdings im Einzelfall geprüft werden.

Außerdem sind Angaben zu den primary sampling units (PSU) der Befragten verfügbar. Die Samplepoints wurden in der Umsetzung eines proportionalen Stichprobenansatzes über die gesamte Bundesrepublik gezogen. Aus diesen wurden die Befragten über Einwohnermeldeamtsregister ausgewählt.

Aus Datenschutzgründen sind die Gemeinde- und Kreiskennziffern sowie die microm-Indikatoren und die Angaben zu den primary sampling units nicht frei verfügbar. Entsprechende Analysen sind derzeit nur an speziell gesicherten Arbeitsplätzen an den Projektstandorten Bremen, Jena, Köln und München möglich. Die Anmeldung für den Aufenthalt als Gastwissenschaftler*in erfolgt über ein Online-Formular.
→ Anmeldung als Gastwissenschaftler*in

Fragen zum Bestand an Makrodaten und zu den Möglichkeiten eines Gastaufenthalts beantwortet der Nutzer*innenservice von pairfam.
→ Nutzer*innenservice

 

Lehrversion

Um die pairfam-Daten in der Lehre einsetzen zu können – etwa für Beispielrechnungen der Studierenden – müssen die Datensätze der regulären Panelwellen aus Datenschutzgründen reduziert werden. Auch bei der Weitergabe dieser reduzierten Version muss von allen Teilnehmer*innen bzw. Studierenden ein gesondertes Formular für Lehrveranstaltungen unterschrieben und an den pairfam-Nutzer*innenservice gesendet werden.

Im Scientific-Use-File ist die nötige Syntax enthalten, um aus den ursprünglichen Daten eine solche 50% Lehrversion zu generieren. Aus allen vorhandenen Datensätzen werden dabei neue Datensätze geschaffen, die nur die Hälfte der Fälle enthalten.

 

Paradaten zum Feldverlauf

Auf Nachfrage besteht die Möglichkeit, die Bruttodatensätze für die pairfam-Ankerpersonenbefragungen zu beziehen. Diese Datensätze enthalten pro Welle jeweils die Fälle, die für ein weiteres Interview kontaktiert wurden, d.h. alle Ankerpersonen, die in der Vorwelle an der Befragung teilgenommen und einem weiteren Interview nicht widersprochen haben bzw. in der Vorwelle nicht kontaktiert werden konnten bzw. aus zeitlichen oder persönlichen Gründen ausgesetzt haben.

Verfügbar sind folgende Informationen zum Ablauf der Feldarbeit: Anzahl telefonischer, persönlicher und E-Mail-Kontaktversuche, Interviewer*innen-IDs, Informationen zum Wohnort sowie eine detaillierte Aufschlüsselung des finalen Bearbeitungsstauts (insbesondere unterschiedliche Ausfallgründe).

Sollten Sie sich für diese Daten interessieren, kontaktieren Sie bitte unseren Nutzer*innenservice.
→ Nutzer*innenservice

 

Qualitative Erhebung in Welle 8: Gründe für "Stopping" des Kinderwunsches

In der achten Welle wurde eine methodische Innovation im Rahmen der Ankerpersonenbefragung eingeführt, um die Gründe für die Entscheidung, keine (weiteren) Kinder zu bekommen (sog. stopping) genauer zu erheben: Alle Ankerpersonen, die angaben, dass sie keine Kinder beziehungsweise keine weiteren Kinder haben möchten, wurden von den Interviewer*innen gebeten, ihre Gründe für diese Entscheidung ohne vorgegebene Kategorien frei zu erläutern. Die Angaben wurden auf Tonträger aufgenommen (sog. CARI) und anschließend transkribiert. Alternativ konnten die Befragten ihre Antwort selbst in den Laptop der Interviewer*in eintippen. Im Anschluss daran wurden die transkribierten sowie die von den Befragten selbst eingegebenen Texte mit Hilfe eines Programms zur Analyse von qualitativen Daten (MAXQDA) codiert.

Eine genaue Beschreibung der Daten und der Codierung enthält das Technical Paper Nr. 10.

Ab Release 9.0 sind die codierten Angaben im Rahmen des regulären Scientific Use-Files als separater Datensatz (anchor8_CARI) verfügbar.

Die vollständigen Transkripte können auf Antrag an speziell gesicherten Arbeitsplätzen an den Projektstandorten Bremen, Jena, Köln und München angesehen und bearbeitet werden. Die Anmeldung für den Aufenthalt als Gastwissenschaftler*in erfolgt über ein Online-Formular.
→ Anmeldung als Gastwissenschaftler*in