Intergenerationale Beziehungen im Beziehungs- und Familienpanel pairfam

Das Beziehungs- und Familienpanel pairfam hat ein Mehrgenerationen-Design implementiert, das neben den zentralen Ankerpersonen seit der zweiten Erhebungswelle auch deren (Stief-)Elternteile sowie ein im Haushalt der Ankerperson lebendes Fokuskind in die Befragung einbezieht. So kann die Ausgestaltung und Entwicklung der Beziehungen unterschiedlicher intergenerationaler Dyaden in einer Familie (z.B. Eltern-Kind- oder Großeltern-Enkelkind-Beziehungen) im Zeitverlauf umfassend beschrieben und erklärt werden. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hier - in Anlehnung an das von Bengston und Kollegen entwickelte "solidarity-conflict" Modell - die Beziehungsqualität zwischen den Generationen, intergenerationale Transferleistungen unterschiedlicher Art und Transmissionsprozesse. Die wichtigsten Befragungsmodule beziehen sich auf:

  • Wohnentfernung
  • Kontakt und gemeinsame Aktivitäten
  • Beziehungsqualität
  • Materielle und immaterielle Transferleistungen inkl. Schenkungen und Erbschaften
  • Soziodemographie der Generationen

Instrumente und Erhebungsdesign

Die Entwicklung valider Erhebungsinstrumente zur Erfassung intergenerationaler Beziehungen sowie die Erarbeitung eines Erhebungsdesigns erfolgten im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1161. Innerhalb dieser Vorstudie wurde auf Beiträge bereits vorliegender Konzeptionen, theoretischer Überlegungen und empirischer Studien in diesem Forschungsgebiet zurückgegriffen, wobei vor allem versucht wurde, ihre Defizite zu berücksichtigen bzw. diese Mängel mit den pairfam-Daten zu überwinden.

Für den jährlichen Einsatz wurde ein Kerninstrumentarium entwickelt, das zentrale Aspekte der Beziehungen zwischen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihren Eltern erhebt. Es wurde erstmals im Rahmen der Ankerpersonenbefragung der ersten pairfam-Welle (2008/09) realisiert und kommt in dieser Form in jeder Welle zum Einsatz. Zur vollen Entfaltung kommen die Befragungsinstrumente (alle Dimensionen intergenerationaler Familienbeziehungen) und das Befragungsdesign (z.B. die zusätzliche Befragung der (Stief-)Eltern) seit der zweiten Welle (2009/10). Seither wird der thematische Schwerpunkt "Intergenerationale Beziehungen" im Rahmen von pairfam in seinem Kern jährlich und vollständig in einem Zwei-Jahres-Rhythmus erhoben.

Beispielhafte Publikationen mit pairfam-Daten

Hank, Karsten und Anja Steinbach. 2018. Intergenerational solidarity and intergenerational relations between adult siblings. Social Science Research 76: 55-64. DOI: 10.1016/j.ssresearch.2018.08.003

Hank, Karsten, Veronika Salzburger und Merril Silverstein. 2017. Intergenerational transmission of parent-child relationship quality: Evidence from a multi-actor survey. Social Science Research 67: 129-137. DOI: 10.1016/j.ssresearch.2017.06.004

Tanskanen, Antti O.. 2017. Intergenerational relations before and after offspring arrive: A within-person investigation. Social Science Resarch 67: 138-146. DOI: 10.1016/j.ssresearch.2017.08.001

Hank, Karsten und Veronika Salzburger. 2015. Gay and lesbian adults' relationship with parents in Germany. Journal of Marriage and Family 77: 866-876.

Arránz Becker, Oliver, Veronika Salzburger, Nadia Lois und Bernard Nauck. 2013. What narrows the stepgap? Closeness between parents and adult (setp)children in Germany. Journal of Marriage and Family 75: 1130-1148.

Klaus, Daniela, Bernard Nauck und Anja Steinbach. 2012. Relationships to stepfathers and biological fathers in adulthood: Complementary, substitutional, or neglected? Advances in Life Course Research 17: 156-167.